Michael Beck

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J.S. Bach - Konzerte für 2, 3 und 4 Klaviere
J.S. Bach - Konzerte für 2, 3 und 4 Klaviere -

Johann Sebastian Bach
Konzerte für 2, 3 und 4 Klaviere

Interpreten:
Thilo Karst
Marcus Kretzer
Ulrich Skubella
Andreas Woyke
Das Bergische Kammerorchester
Leitung:
Michael Beck

Die Konzerte für 2, 3 und 4 Klaviere.
Die Musik hat Bach viel zu verdanken:
dazu gehört auch die Erfindung
des Klavierkonzertes. Bereits im 17.
Jahrhundert war in Italien das Instrumentalkonzert
entstanden - zunächst
als «Concerto grosso», das
zwei Klangkörper einander gegenüberstellte:
mehrere Solisten und ein
Instrumentalensemble. Allmählich
entwickelte es sich zu einem Konzert
für einen einzelnen, meistens den ersten
Geiger, der auch als Dirigent fungierte.
Bald komponierte man auch
Konzerte für Flöte, Oboe und andere
Streichinstrumente. Hier hatte Vivaldi
einer Form Popularität verliehen, die
auch Bach ansprach. Die eigentliche
Neuerung, die Bach in diese Gattung
einführte, war die Erschaffung einer
musikalischen Form, die das Orchester
mit dem Tasteninstrument verband,
dessen polyphone Möglichkeiten
er so sehr schätzte. Das Fünfte
Brandenburgische Konzert von 1721
mit seinem gewichtigen Cembalo-
Part (bis dahin nutzte man das Cembalo
im Orchesterverbund nur als
Continuo-Instrument zur Ausführung
der harmonischen Bässe) ist als das
erste datierbare Klavierkonzert überhaupt
anzusehen. Bach komponierte
dreizehn Konzerte für Tasteninstrumente:
sieben Konzerte für ein Klavier,
BWV 1052 bis 1058, drei Konzerte
für zwei Klaviere, BWV 1060 bis 1062,
zwei Konzerte für drei Klaviere, BWV
1063 und 1064, sowie ein Konzert für
vier Klaviere, BWV 1065. Während
die Solokonzerte bisweilen noch erklingen,
spielen die Konzerte für mehr
als ein Klavier im heutigen Konzertleben
fast keine Rolle mehr. Das ist
sehr schade — handelt es sich doch
hierbei um geistvolle, überaus unterhaltsame
Wechselspiele zwischen
den Klavieren und dem Orchester
(wiewohl letzteres selten mehr als
die begleitende Funktion übernimmt);
neben der hohen kontrapunktischen
Qualität und der intelligenten Komposition
sind sie also auch ein rechter
Spaß für die Musiker und die
Zuhörer; für uns Anlässe genug, alle
sechs Konzerte an einem Abend zu
spielen, was man sicherlich als kleine
musikalische Sensation bezeichnen
kann. Die meisten dieser Konzerte
sind Umarbeitungen eigener Werke
oder der anderer Komponisten: Das
erste c-Moll-Konzert, BWV 1060, war
ursprünglich ein Konzert für Violine
und Oboe, das zweite c-Moll-Konzert,
BWV 1062, ein Werk für zwei Violinen.
Das d-Moll-Konzert, BWV 1063, findet
seine Vorlage in einer Komposition für
Flöte, Violine und Oboe, das prächtige
C-Dur-Konzert, BWV 1064, das auch
als «Siebtes Brandenburgisches Konzert
» bezeichnet wird, war vermutlich
einmal ein Violinkonzert, und das
a-Moll-Konzert, BWV 1065, ist eine
Umarbeitung des Konzertes für vier
Violinen op. 3/10 von Vivaldi. Einzig
das C-Dur-Konzert, BWV 1061, stellt
in seiner vorliegenden Fassung eine
Originalkomposition für zwei Klaviere
dar. Jedoch darf der Umstand, daß
fünf der sechs Konzerte Transkriptionen
sind, kein Grund sein, diese
Werke gering zu schätzen: Transkriptionen
waren im Barock sehr beliebt
und weit verbreitet, und sie wurden
von nahezu jedem Komponisten erstellt.
Schöpferische Arbeit bestand immer
noch in der Erfindung der polyphonen
Struktur, die ihren Ausdruck gleichermaßen
durch die menschliche
Stimme oder durch die eine oder
andere Art der Instrumentierung finden
konnte. Mit der Übernahme der
Komposition Vivaldis erwies Bach
dem Venezianer auch Ehre und Achtung.
Zudem gewann er den Werken
durch seine Umarbeitung eine gänzlich
andere und neue Qualität ab, die
auf dem für ihn typischen Klaviersatz
und seiner unvergleichlichen Kunst
der Kontrapunktik beruht. Bach ist
hier, wie später Ferrucio Busoni, einmal
als kongenialer Bearbeiter anzusehen,
der diesen Werken seinen
Stempel aufdrückte und sie sich so
zu eigen machte, daß man auch sie
zu seinen schönsten Kompositionen
zählen muß.
Marcus Kretzer

MICHAEL BECK, der musikalische Leiter
des «Bergischen Kammerorchesters
», stammt aus Rumänien. In der
Bundesrepublik studierte er zunächst
Musik und Sport für das Lehramt an
der Gesamthochschule Wuppertal.
Nach dem Musikexamen wechselte
er an die Staatliche Hochschule für
Musik Rheinland, wo er Allgemeine
Musikerziehung und Instrumentalpädagogik
studierte. Im Jahr 1985 legte
er sein Examen ab. 1981 und 1983
nahm er an Dirigierkursen bei Prof.
Rolf Reuter und Prof. Kurt Masur teil.
Seit 1980 ist Michael Beck Lehrer an
der Bergischen Musikschule Wuppertal.
Außerdem leitet er verschiedene
Chöre und Orchester. Gastdirigate
führten ihn nach Rumänien und
in die DDR. Mit seinen Orchestern und
Chören unternahm er Konzerttourneen
nach Italien, Spanien, Österreich,
Rumänien und in die USA. Seit Herbst
1991 hat Beck einen Lehrauftrag für
Dirigieren an der Musikhochschule
Köln Abt. Wuppertal.

BERGISCHES KAMMERORCHESTER.
Vor fünf Jahren scharte Michael
Beck einige junge Musiker um sich,
die wie er in ihrer Freizeit noch mehr
musizieren, proben und konzertieren
wollten. Sehr schnell etablierte
sich dieser Kreis und gab sich den
Namen «Bergisches Kammerorchester
», da die Mitglieder aus Solingen,
Wuppertal und Umgebung stammen.
Um kein starres System in diesem
lebendigen Ensemble aufkommen
zu lassen, wechseln die Konzertmeister
und Stimmführer von Konzert
zu Konzert. Zahlreiche Auftritte hat
das Bergische Kammerorchester
seit seiner Gründung gehabt, wobei
die herausragendste und beeindruckendste
Leistung sicherlich die drei
Benefizkonzerte für Rumänien mit international
bekannten rumänischen
Künstlern waren.

 

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